Klimaneutraler Stadtverkehr

Aufwertung der städtischen Mobilität in Wernigerode mit schwedischer Unterstützung – Harzer Unternehmen schafft den ersten nahezu bilanziell klimaneutralen Stadtverkehr in den neuen Bundesländern –

HVB investiert rd. 2 Mio. € in die Aufwertung der städtischen Mobilität in Wernigerode und schaffen so den ersten nahezu bilanziell Co2-neutralen Stadtverkehr in den neuen Bundesländern. Dies geschieht mit schwedischer Unterstützung und unseren Partnern Stadtwerke Wernigerode sowie VERBIO-Gas.   

Im Zuge der Umgestaltung des Stadtverkehrs Wernigerode werden im Sommer 2022 die letzten sieben Dieselfahrzeuge (Linien 202/203) ausgemustert und durch saubere Scania Citywide LF mit Gasmotor ersetzt. Aufgrund unserer Kooperation mit den Wernigeröder Stadtwerken soll durch den Bezug von zertifiziertem Bio-Gas der erste nahezu bilanziell Co2-neutrale Stadtverkehr in den neuen Bundesländern entstehen. Wir sparen damit auf einen Schlag über 100.000 Liter konventionellen Dieselkraftstoff bzw. rd. 300 Tonnen Co2 pro Jahr ein. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht ist diese Umstellung sinnvoll: Die Gasflotte des Harzer Unternehmens erwirtschaftet aufgrund der Kostenentwicklung des Dieselkraftstoffes und der damit zusammenhängenden Steuervorteilen einen Kostenvorsprung von ca. 12 €/100 KM in 2021 und 2022.  

Bereits seit über zehn Jahren werden die Busse der Harzer Verkehrsbetriebe fast ausschließlich mit Biomethan betankt. Dieses Biomethan wird von der Firma VERBIO ausschließlich aus landschaftlichen Reststoffen und Stroh hergestellt, ganz ohne Verwendung von Nahrungsmitteln. Das spart bis zu 90 Prozent CO2 im Vergleich zum Dieselbetrieb. Das eingesetzte Biomethan ist der nachhaltigste derzeit verfügbare Biokraftstoff. Dadurch ist die Flotte der HVB nahezu CO2-neutral in Wernigerode und Umgebung unterwegs. 

Auch die Außengestaltung soll sich verändern: Wir verfolgen die Idee, abweichend von der Regel im Unternehmen diesen Fahrzeugen Taufnamen zu geben. Namensgeber könnten die Mitglieder der ehemaligen Wernigeröder Künstlerkolonie (1946-1950) sein. Nach dem Vorbild skandinavischer Fluglinien soll das Bild der Namensgeber am Heck des Busses sichtbar sein und ein Begleittext am oder im Bus zu finden sein. So sollen Einheimische und Touristen das kulturelle Erbe der Stadt Wernigerode immer im Blick haben. Die Fahrgäste sind eingeladen, auch eigene Vorschläge einzubringen.  

Die Innengestaltung wird ebenso freundlicher gestaltet: Der Fußboden im Innenraum wird in heller Holzoptik gestaltet. Bequemere Sitze, die üblicherweise im Überlandverkehr zum Einsatz kommen, sorgen für entspanntes Reisen. Diese erhalten einen hellen Bezugstoff. Die neuen Busse sind selbstverständlich auch vollklimatisiert, verfügen über USB-Ladebuchsen und sind vollständig barrierefrei.  

Das Projekt wird mit Mitteln der Europäischen Union gefördert. Der Vergabe ging eine europaweite Ausschreibung voran. Wesentliche Bauelemente (wie das Fahrgestell) werden im SCANA-Werk in Södertälje (Schweden) produziert, die Endmontage soll im polnischen SCANIA-Werk Słupsk (Nähe Danzig) erfolgen.  

Die Vertragsunterzeichnung fand nach schwedischem Recht und Maßgaben von SCANIA nach den Regeln 2Gplus/PCR-Test am Hauptsitz des Unternehmens im schwedischen Södertälje statt.

 

Auf dem Bild zu sehen: Christian Fischer, Geschäftsführer Harzer Verkehrsbetriebe GmbH; Jens Ludwigkeit, Key Account Manager Bus & Coach, Scania; Alexandra Wilbs, Area Manager Bus & Coach Sales, Scania; Håkan Björk, Commercial Director, Scania; Jonas Strömberg, Sustainability Director, Scania. (Bild zur Veröffentlichung freigegeben durch SCANIA Sweden)